Schwung des Gründers hält an (Neue Zuger Zeitung, 3. September 2007)
Swing und Jazz im Big Band Sound (Zuger Presse, 6. Juni 2007)
Swingendes Jubiläum mit Jazz (Neue Zuger Zeitung, 11. September 2002)
Klassische Swing- und Rockszenen (Neue Zuger Zeitung, 14. Mai 1996)
Swing-Serenade am Zugersee (Luzerner Neuste Nachrichten, 8. Juni 1990)
Mit Swing via Fernsehen ins Jubiläumsjahr (Popularia, April 1990)
Junge Musiker mit alten Hits (Vaterland, 1. Juni 1989)
Relikt aus der Zeit des Big Band Jazz (Chomer Bär, November 1989)
Schwung des Gründers hält an (Neue Zuger Zeitung, 3. September 2007)
Seit 25 Jahren gibt es die Swing Classic Big Band Cham: Initiator Ernst Rohrer dirigiert noch immer - auch mal Rock und Latin.
Ernst Rohrer initiierte die Swing Classic Big Band Cham als Plausch und Abwechslung zur klassischen Musik. Aus dem Blasmusikorchester der Musikschule Cham bildete er vor 25 Jahren eine Swing-Bigband in Standardbesetzung mit 18 Musikern, die bis heute Bestand hat. Patrick Britschgi plauderte am Open-Air-Konzert beim Schulhaus Städtli mit charmanter Moderation aus dem Nähkästchen: «Wenn man etwas angestellt hat, gibt man es oft nicht gerne zu.» So reagierte auch Ernst Rohrer, angesprochen auf seine prägende Rolle bei der Gründung der Band: «Ich han ned, ihr hend au.»
Swing pflegen
Britschgi wusste die Band angesichts des 25-Jahr-Jubiläums in den richtigen Kontext zu setzen: «Neben anderen bahnbrechenden Erfindungen wie den Spaceshuttles, den CDs und TGVs war auch die Swing Classic Big Band Cham vor 25 Jahren neu.» Die Kontinuität der Band - vier Mitglieder gehören seit Anfang dazu - ist eine Leistung. Sich dabei stets mit neuer Musik auseinanderzusetzen, auch.
Wie am Konzert zu erleben war, nimmt man es mit dern «Classic» im Namen nicht zu genau. Auch modernere Stücke gehören zum Repertoire der Band, und da darf es auch mal rockig oder lateinamerikanisch zu- und hergehen. Aber natürlich kamen die Klassiker nicht zu kurz.
Emst Rohrer wuchs mit dem Musikstil Swing auf, den die Amerikaner nach dem Zweiten Weltkrieg nach Europa mitbrachten. Früher hatte jeder Radiosender sein eigenes Bigband-Orchester, zusammen mit der Livemusik ist aber auch die Bigband-Kultur weitgehend ausgestorben.
Die Swing Classic Big Band Cham hingegen versteht sich als Amateurorchester, das ohne Subventionen auskommt, aber dennoch hohe Ansprüche pflegt. So kann es denn auch schwierig sein, neue Musiker zu finden. Ernst Rohrer legt Wert darauf, dass sie rhythmisch absolut sattelfest sind. «Und den Swing sollte man pflegen», sagt er. Und wehrt sich gegen die Verwässerung von Stellen, die gegen den Takt laufen.
Brillante Soli
Das Publikum schätzte am Open-Air-Konzert, dass ein Musikstil, der in der heutigen Zeit etwas in den Hintergrund geraten ist, noch immer gelebt wird. Zuschauerin Maria Ammer fand: «Swing ist etwas Zeitloses, das passt immer.» Paul Bucher aus Zug überzeugte die Performance: «Die Band spielt sehr differenziert.» Ihm ist aber auch an der Jazz-Night die Diskrepanz zwischen neuerem und klassischem Swing aufgefallen, die sich auch bei anderen Musikstilen immer wieder zeigt: «Sobald es abstrakt und modern wird, gehen die Zuschauer sofort.»
Der Swing Classic Big Band Cham erging es glücklicherweise besser. Das Programm mit etwa 20 Stücken war abwechslungsreich gestaltet und glänzte mit brillanten Soli.
Die Zukunft sieht ebenfalls gut aus, eben hat man eine erste CD aufgenommen, und Ernst Rohrer hofft auf weitere 25 Jahre, «allerdings dann ohne mich». Das Nachfolgeproblem wird sich noch stellen, schliesslich gibt es wenige, die so viel Erfahrung besitzen wie Rohrer und ihre Freizeit jahrelang in den Dienst einer Sache stellen. Aber noch ist Rohrer mit Spass bei der Sache und hält wohl mit einem Auge schon wieder Ausschau nach neuen Talenten.
Swing und Jazz im Big Band Sound (Zuger Presse, 6. Juni 2007)
Die Big Band, aus der Chamer Blasmusikszene der Musikschule herausgewachsen, feiert ihr 25-Jahr-Jubiläum. Und seit seiner Gründung steht das begeisternde, professionell auftretende Orchester unter der Leitung von Ernst Rohrer, mit Künstlernamen kurz und bündig: Balz.
Aus diesem Anlass findet am heutigen Mittwoch im Lorzensaal unter dem Titel «Hitparade aus 25 Jahren Chamer Swing und Jazz» ein Konzert statt. Es ist ein blasmusikalisches Geschenk an die Zuger Bevölkerung und an die weit über die Zentralschweizer Grenzen hinausgehende Big-Band-Fangemeinde der Ennetseer. Auf die Besucher wartet eine geballte Ladung Evergreens wie Count Basies, «Jumpin’ at the Woodside», «Tuxedo Junction» aber auch Joe Zawinuls Jazzrock-Klassiker «Birdland». Am Jubiläumskonzert greifen die Musikerinnen und Musiker auf ihr Repertoire zurück und präsentieren dem Publikum die Hits als Leckerbissen.
«Fight with the Footwork» aus der Big-Band-Szene
Allerdings, ohne eine befreundete Formation aus der Nachbarschaft wollen die Chamer Musikerinnen und Musiker nicht auftreten. Schliesslich möchten sie sich an ihrem grossen Fest auch musikalisch verwöhnen lassen und dies insbesondere durch die Luzerner «Fight with the Footwork», die zweifellos mit ihrer ebenso wilden wie ansteckenden Tanzshow die Leute von den Sitzen reissen werden.
Diese Tanzshow ist übrigens in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts in New Yorks Ballsälen entstanden. Zum Swing der ersten Big Bands wurde dort Charleston und Lindy Hop getanzt. Im Lorzensaal werden mehrere «Footwork»-Tanzpaare mit ihren Einlagen das Publikum in die Zwanzigerjahre zurückversetzen.
An stürmischem Montagabend gegründet
Die Swing Classic Big Band ist spät im September 1982 und erst noch an einem stürmischen Abend mit Wind in Orkanstärke im Schulhaus Röhrliberg gegründet worden. Sie wuchs aus dem damaligen Blasorchester der Musikschule Cham heraus. Initiant, Musiklehrer und Gründer: Ernst «Balz» Rohrer, brillanter Bariton-Saxophonist mit sicherem Gespür für Swing.
Mit der Big Band wollte er die einerseits etwas erfahrenen Mitglieder des damaligen Blasorchesters der Chamer Musikschule für eine neue Herausforderung gewinnen, andererseits seinen Söhnen eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung bieten. Wie sich nachvollziehen lässt, ist ihm beides gelungen.
Im Gespräch mit der «Zuger Presse» machte Rohrer deutlich, dass er nie dachte, dass die Big Band zu einer Institution in der Big-Band-Szene heranwachsen würde. Den Grund für die Ausdauer sieht er in der Freude am gemeinsamen Musizieren und am Interpretieren klassischer Swingkompositionen «mit seidig fliessenden Saxophonmelodien, funkensprühenden Trompetenriffs, warm getönten Posaunenphrasen und dem eleganten sowie zugleich treibenden Rhythmus», so der Big-Band-Dirigent.
Swingendes Jubiläum mit Jazz (Neue Zuger Zeitung, 11. September 2002)
Bis auf den letzten Platz ist der Lorzensaal besetzt, die Spannung auf das grosse Jubiläumskonzert der Chamer Swing Classic Big Band ist förmlich zu spüren. Endlich kommt Ernst Rohrer, der Dirigent und Gründer, auf die Bühne und hinter ihm seine Schützlinge. Ein ohrenbetäubender Applaus empfängt sie.
Seit zwanzig Jahren
Die Bühne ist dekoriert mit gelben und weissen Ballons, die eine grosse Zwanzig zeigen: Vor zwanzig Jahren genau gründete nämlich der Chemielehrer und Leiter des Jugendblasorchesters Cham, Ernst Rohrer, die Swing Classic Big Band. «Nach einer Probe des Jugendblasorchesters bat Rohrer mich und einige andere dazubleiben», erinnert sich Patrick Britschgi. Doch nicht, um ihnen ins Gewissen zu reden, wie Britschgi vorerst befürchtet hatte, sondern um mit ihnen die Swing Classic Big Band zu gründen.
Britschgi bläst auch heute noch in der Band in die Trompete. Er und seine Kollegen versetzen am Samstag den Lorzensaal in eine Welt von Swing, Jazz, Jive und Funk. Und mit abwechselnden Solos bringen die «Swing Classics» die Halle zum Beben. Manche Zuschauer wippen mit geschlossenen Augen zum Takt der Musik, andere schauen fasziniert auf die Bühne. Ein Junge begleitet den Jive auf einer imaginären Trommel.
Stimmungsvolle Klänge
Nach vier Titeln begrüsst Britschgi, der mit lustigen Sprüchen der ideale Showmaster des Abends ist, das «Geburtstagsgeschenk der Band», nämlich die Einsiedler Sängerin Heidi Wicki. Nach einigen Songs von ihr wie «Don’t cry for me Argentina» aus dem Musical «Evita» und «Think of me» aus «Phantom of the opera» wischen sich vereinzelte Zuschauer Tränen aus den Augen: Es geht wirklich unter die Haut. «Ist es nicht wunderschön?», flüstert eine Frau ihrem Mann zu, der zustimmt.
Unter den vielen Zuschauern ist die Steinhauserin Susi Simmen mit ihrem Mann. «Da wir solche Musik sehr mögen, haben wir uns entschlossen, dieses Konzert zu besuchen», erzählt sie. Es sei einfach wunderschön, sagt Simmen mit verträumter Stimme. Dieser Meinung ist auch Michael Elsener. Für ihn ist es nicht das erste Mal, dass er die «Swing Classics» in Action sieht. «Ein Kollege von mir spielt hier mit, so gehe ich öfters an ihre Konzerte», sagt er. Selber spielt er Klarinette und Saxofon und ist ein begeisterter Anhänger des Swing und Jazz.
Leidenschaft für Musik
Nach Stücken wie «Hot, hot, hot» und «Barracuda Bay», die die Karibik in den Lorzensaal bringen, steht noch eine Überraschung auf dem Programm. Nach und nach kommt jedes Bandmitglied mit einer Flasche Wein und einer Kerze auf die Bühne zu Ernst Rohrer. Begleitet wird diese rührende Zeremonie von Klavier- und Klarinettentönen. Rohrer ist überwältigt, wendet sich immer wieder ab, um seine Brille zu putzen und seine Tränen abzuwischen.
Die Leidenschaft des Bandleaders ist die Musik. Als Junge war er Waldhornist, bald entdeckte er aber seine Liebe zu den Blasinstrumenten und damit zu Swing, Jazz und Jive. Neben seiner Lehrerausbildung absolvierte er verschiedene Kurse am Konservatorium. «Chemielehrer bin ich all die Jahre durch geblieben, doch meine gesamte Freizeit gehörte der Musik», erzählt er. Früh hat er dann mit dem Dirigieren begonnen, und er hat unter anderem die Polizeimusik und die Jugendblasmusik ins Leben gerufen. Rohrer kann alle Blasinstrumente spielen. «Spielen gelernt habe ich Saxofon, doch ich war neugierig und wollte wissen, wie andere Instrumente zu spielen sind.»
Klassische Swing- und Rockszenen (Neue Zuger Zeitung, 14. Mai 1996)
Cham: Die Swing Classic Big Band sorgte am Wochenende für ein furioses Comeback mit allem Drum und Dran
Swing, Rockiges und Funkiges war zum Comeback der Chamer Swing Classic Big Band am Konzert vom Samstagabend im Lorzensaal angesagt. Angeführt von Ernst "Balz" Rohrer sorgten die 18 Musikerinnen und Musiker für einen gewaltigen Auftritt. Die Lichter worden erst nach Mitternacht gelöscht, als sich Musiker und Publikum abgekühlt hatten.
Erstmals nach einem Jahr traten die Musikerinnen und Musiker der Swing Classic Big Band wieder in Erscheinung. Und wie. Vor vollbesetzten Rängen konzertierten sie im Lorzensaal und spielten sich ihre Freude an den Swing-, Rock- und Funkszenen vom Leib. Das Publikum wurde immer heisser, spielte und wippte mit. Und insbesondere viele ältere Semester waren kaum zu halten, als beispielsweise "Stompin´ at the Savoy" von Benny Goodman aus dem Jahre 1936 gespielt wurde.
Und das ist noch night alles: "Cherokee" von Raz Noble, 1938 komponiert, aber auch "My funny Valentine" aus dem Jahre 1937 von Richard Rodgers lösten beim Publikum helle Begeisterung und Beifall auf offener Szene aus. Dazu "One o´clock jump" von Count Basie, das der weltbekannte Musiker 1938 komponiert hatte. Allerdings: Wie das enden würde, war man sich nicht im klaren, vor allem nicht, weil das Publikum schon vor der Pause eine Dreingabe nach der andern forderte.
Apéro mit dem Publikum
All das, was die Leute im Saal zum Kochen brachte, liessen die Musiker in der Pause, als sie sich beim Apéro unter die Leute mischten, abkühlen. Da wurde diskutiert und gefachsimpelt. Und der eine oder andere "verstieg" sich nach einem kräftigen Schluck Weissen in ein Posaunen- oder Trompetensolo.
Dann ging es im mehr oder weniger zeitgenössischen Rhythmus weiter, nämlich mit nicht weniger heissen Kompositionen aus den Jahren 1948 bis 1994, von Jimmy Giuffre oder Howard Rowe. Im Mittelpunkt standen Rock und Funk, nämlich Kompositionen, die den Leuten, insbesondere der jüngeren Generation buchstäblich unter die Haut gingen.
Die Trompeter, Posaunisten, Gitarristen, Saxophonisten und Leute der Rhythmusgruppe, die abwechslungsweise mit Soloeinlagen glänzten, unterstrichen, dass sie ihr Metier verstehen. Sie hatten sich auch professionell auf diesen Abend vorbereitet. Jedenfalls waren die Rock- und Funknummern einsame Klasse.
Big Band in Originalbesetzung
Übrigens: Die Chamer Swing Classic Big Band spielte in Originalbesetzung. Seit ihrer Gründung pflegt sie den klassischen Swing wie auch den energiegeladenen Drive von Funk und Rock. Und wie die Big Band im Programm festhielt, lassen "Standards wie der "One o´clock jump" und "Misty" die Finger schnippen und von vergangenen Zeiten träumen". So war es auch. Im übrigen zeugten kraftvoller Blues und packender Shuffle-Groove von der Spielfreunde der Musikerinnen und Musiker.
Swing-Serenade am Zugersee (Luzerner Neuste Nachrichten, 8. Juni 1990)
Idyllische Umgebung und einer der ersten lauen Sommerabende waren die Elemente, die mit nostalgischen, doch stets frisch wirkenden Swingmelodien der Swing Classic Big Band vor der Chamer Villette für ein stilechtes Serenadekonzert sorgten. 15 junge Musikerinnen und Musiker überraschten die zahlreichen Besucher mit "Take the A-train", um gleich darauf mit neueren Titeln weiterzufahren. Nichtsdestotrotz fanden sich im Programm etliche grosse Namen im Format eines Duke Ellington oder Count Basie. Sogar der Schweizer Big-Band-Komponist Neal Hefti kam zu Ehren.
Während im ersten Teil des Konzert einige Titel mit zügigem Tempo und swingenden Rhythmen wie etwa "Jumping at the Woodside" angespielt wurden, standen im mittleren Abschnitt eine Reihe von Balladen mit zahlreichen Soli in der Art des Klassikers "Sophisticated Lady" auf dem Programm. Durch die gezielte Wechselwirkung von Soli und Tutti sowie mit dem Einsatz von Dynamik wusste die Band unter der Leitung von Ernst "Balz" Rohrer Spannung zu erzeugen. Das Publikum, dessen Zahl sowohl die Wirtsleute als auch die Band unterschätzt hatten, verstanden es, ob stehend oder sitzend die Töne im Stil schon längst vergangener und doch nicht vergessener Swing-Zeiten zu schätzen.
Im letzten Teil stellte die junge Chamer Band, die vor acht Jahren aus dem Blasorchester der Musikschule hervorgegangen und vor zwei Jahren vollständig unabhängig geworden war, nach "Stormy Weather" und "A warm Fuzzy" mit Soli in Trompeten- und Posaunenregister einen kurzen Exkurs in den Stil Rock und Disco vor. Dies machte sich allerdings gegenüber dem Swing relativ schwerfällig aus. Recht professionell und versiert, wie sich bereits das ganze Erscheinungsbild der Band präsentierte, gelang auch die Schlussnummer, während der - wie zu Beginn "Take the A-train" - die Band dem Publikum vorgestellt wurde. Dass damit noch nicht Schluss sein würde, war zu erwarten. In den beiden Zugaben feuerte die Swing Classic Big Band nochmals aus allen Rohren und brachte zum mitreissenden "Big Band Jive" die Begeisterung des Publikums auf den Höhepunkt.
Wer die Swing Classic Big Band nochmals hören möchte, muss sich am kommenden Sonntag ab 11 Uhr in der Oberägerer "Maienmatt" einfinden, wo die Kulturkommission die Leute mit Gratis-Risotto überraschen wird.
Mit Swing via Fernsehen ins Jubiläumsjahr: "Swing Classic Big Band" aus Cham (Popularia, April 1990)
"Diräkt us Cham" kam der letzte Teil der "Zuger Dörflifahrt" mit Wysel Gyr im Juli letzen Jahren am Fernsehen DRS. Dabei erweiterte die "Swing Classic Big Band" den einst ausschliesslich volkstümlichen Rahmen dieser Sendereihe um eine weitere Stilrichtung und repräsentierte zusammen mit den "Happy Saxers" die Chamer Musikschule, die 1989 ihr 25jähriges Bestehen feierte.
Die Anfänge
Die Augen der Fernsehleute hatten in stiller Freude zu leuchten begonnen, als sie erfuhren, dass in ihrer Sendung eine veritable Big Band für swingende Töne sogen sollte. Sie scheuten denn auch keinen Aufwand, um den Klang der 18 jungen Musikerinnen und Musiker ebenso differenziert zu übertragen wie er sich den Live-Zuschauern präsentierte. Das überwältigende Echo auf diesen lediglich zwei Minuten dauernden Auftritt und vor allem die Begeisterung Wysel Gyrs waren Auslöser dafür, die "Swing Classic Big Band" Ihnen, liebe Leser, vorzustellen.
Die Anfänge der "Swing Classic Big Band" gehen auf eine stürmische Herbstnacht im Jahre 1982 zurück. So jedenfalls will es die Sage - notabene lautete einer der ersten Titel im Repertoire "Stormy Weather". Damals verteilte nach der Probe des Blasorchesters der Chamer Musikschule deren Leiter Ernst Rohrer einigen fortgeschrittenen Musikschülern neue Noten. Erst zaghaft, beinahe zögerlich geriet Leben in den Big-Band-Sound, doch dann begann die ständig wachsende Begeisterung dem Swing den nötigen Drive und den charakteristischen, strahlenden Glanz einzuhauchen.
Im Rahmen der Musikschule wurde die junge Band vor allem innerhalb der Gemeinde Cham schon recht früh für Engagements aller Art gebucht. Stetig wurde die Besetzung ergänzt und die Band erreichte schon bald die Grösse, den Klang und den Stil einer ausgewachsenen Big Band. Mit Energie und Enthusiasmus arbeiteten die 18 jungen Musikerinnen und Musiker an ihrem Sound, der sich heute kaum weniger frisch als zu den grossen Zeiten des Swing präsentiert.
Die Selbständigkeit beginnt
Nach einer sechsjährigen Symbiose lösten sich im Sommer 1988 die ein Jahr zuvor "The Swing Classic Big Band" getaufte Formation von der Musikschule. Während sich die innere Struktur der Band recht stark veränderte, blieb die freundschaftliche Beziehung zur Musikschule dieselbe, wie mehrere Konzerte mit dem Blasorchester der Musikschule dokumentieren.
Im Mai 1989 setzte die "Swing Classic Big Band" zu ihrem allerersten Konzert in Eigenregie an. Zusammen mit der "Red Garter Dixieland Band", einer Old-Time-Jazz-Formation mit einer ähnlichen Geschichte wie die der Big Band, begeisterte sie die Chamer Jazzfreunde und die Presse mit einer Show, der die Band eine professionelle Note zu verleihen wusste. Damit war ein guter Anfang getan, der mit dem Auftritt im Fernehen und mit einer Open-Air-Swing-Serenade im September letzten Jahres eine direkte Fortsetzung fand. Bereits liegen Anfragen und Projektideen vor. Als einer der Höhepunkte des kommenden Konzertsommer ist eine Zugersee-Big-Band-Kreuzfahrt vorgesehen.
Kein Einzelfall
Die "Swing Classic Big Band" ist kein Einzelfall in der mittlerweilen 26jährigen Geschichte der Chamer Musikschule. Ein Jahr nach dem Beginn des Instrumentalunterrichts trat die Jungmusik im Dezember 1965 erstmals öffentlich auf. Erst aber als im Januar 1979 Ernst Rohrer zum Leiter der Jungmusik gewählt wurde, kam der Stein ins Rollen. Er vervollständigte die Besetzung, so dass die Formation zu einem eigentlichen Blasorchester, dem ""Blasorchester der Musikschule Cham", mit bis zu 70 jungen Musikerinnen und Musikern anwuchs. Bereits Mitte 1980 gründete der initiative Leiter, der schon Jahre zuvor mit einigen anderen die im Zuger Ennetsee bekannte LR Big Band ins Leben gerufen hatte, aus Mitgliedern seines Blasorchester eine Dixie-Band, die einige Jahre später selbständig wurde und heute unter dem Namen "The Red Garter Dixieland" des öfteren an Parties und Hochzeiten gute Laune verbreitet.
Fast gleichzeitig mit der Big Band und mit beinahe identischen Besetzung wie deren Saxophonsatz, entstand 1682 ein Saxophonquartett, das, ebenfalls selbständig geworden und um ein Instrument erweitert, nach der neuen Leiterin in "Käthy's Sax Ensemble" umbenannt wurde. Zusammen mit dem von Ernst Rohrer geleiteten "Lusingando Chor", aber auch alleine, vermochte diese Formation schon mehrmals mit ihrem ganz eigenen Charakter ihr Publikum zu begeistern.
Als jüngste Formation gelangt am letztjährigen Sommerkonzert des Blasorchesters mit der Musikgesellschaft erstmals das gesamte Saxophonregister des Blasorchesters zum Einsatz. Der als Überraschung gedachte Titel "Klänge vom Pilatus" wurde zum absoluten Publikumserfolg und veranlasste den Verkehrsverein, die vierzehn jungen Bläserinnen und Bläser ebenfalls für die Sendung "Diräkt us ..." vorzuschlagen.
Aufgrund dieses Auftrittes wurde die Formation um die beiden Sopransaxophonisten Markus Beeler und Reto Bieri derart mit Anfragen und Engagements überhäuft, dass deren Begründer - der einmal mehr Ernst Rohrer heisst - das Ad-hoc-Ensemble zu einer ständigen Formation ausbauen will. Unter dem Namen "The Happy Saxers" sollen sich dereinst neben einzelnen volkstümlichen Nummern auch Titel finden, deren Stilrichtung sich zwischen klassischen Kompositionen bewegt.
Die Musikschule Cham
Vor allem in den letzen elf Jahren hat sich die Chamer Musikschule zu einer aktiven Institution entwickelt. Wie aus dem Blasorchester entstanden in der letzten Zeit auch in anderen Bereichen Ensembles von Musikschülern. Unter Martha Huber und Heidi Dräger wurden verschiedene Flöten- und 1986 ein Akkordeon-Ensemble aufgebaut, und bereits seit 1984 haben die Streicherschüler die Möglichkeit, im Streichorchester Hünenberg mitzuwirken. Ebenfalls in Zusammenarbeit mit den Hünenbergern wird die Tambourengruppe von Marcel Arnold getragen.
Im Jubiläumsjahr der Chamer Musikschule traten die verschiedenen Formationen natürlich vermehrt in der Öffentlichkeit auf. Das Programm sah eine ganze Reihe von Höhepunkten vor; darunter ein "Tastenfest", ein Singmeeting und ein Treffen der Jugendblasorchester des ganzen Kantons Zug. Als "Finale furioso" werden sich am 5. Juli 1990 alle Ensembles der Musikschule Cham dem Publikum gemeinsam präsentieren.
Mitten im Jubel werden weder Ernst Rohrer noch die "Swing Classic Big Band fehlen, denn" It don't mean a thing if it ain't got that swing! - Es ist nichts wert, wenn es den Swing nicht hat!" So weissagte der Jazzer Duke Ellington schon vor vielen Jahren. Und er hat heute noch recht.
Junge Musiker mit alten Hits (Vaterland, 1. Juni 1989)
Am letzen Sonntag Abend gab die seit einem Jahr selbständige Swing Classic Big Band zusammen mit der Red Garter Dixieland Band ihr erstes selbst organisiertes Konzert in der Aula Röhrliberg.
mb. Die Swing Classic Big Band eröffnete das Konzert gleich selbst mit Darbietungen wie "Take the ‚A'-Train" oder "Good Times in Santiago" oder "Harlem Nocturne". Durch das Programm führte in phantasievoller Weise Patrick Britschgi.
Den zweiten Teil bestritt die Red Garter Dixieland Band. Diese aus acht Musikern bestehende junge Chamer Band widmete sich vor allem dem Old Time Jazz aus den zwanziger und dreissiger Jahren. Sie spielten Stücke wie "High Society", "Panama" sowie den alten Hit "Down by the Riverside", indem sie jeweils das Thema im Tutti spielten und danach verschiedenen Variationen in allen Registern zum besten gaben. Auch ihr ganz persönliches Stück, der "Red Garter Blues" erfreute sich beim zahlreich erschienenen Publikum grosser Beliebtheit.
Im dritten Teil spielte dann wieder sie Swing Classic Big Band unter der bewährten Leitung von Ernst Rohrer auf. Sie widmete sich mit "Just for you", "Disco", "House of the Rising Sun" und vielen anderen der modernen Big - Band Literatur. Auch im dritten Teil überzeugten sie mit hervorragenden Soli in verschiedenen Registern und beendeten nach drei Zugaben diesen abwechslungsreichen und klangvollen Big-Band-Abend.
Relikt aus der Zeit des Big Band Jazz (Chomer Bär, November 1989)
pb. In recht kurzer Zeit hat sich die Chamer "Swing Classic Big Band" unter Insidern einen Namen erswingt, obschon die 18 jungen Musikerinnen und Musiker eher selten in der Öffentlichkeit auftreten. Doch gelegentlich tritt die Band ans Licht und präsentiert einen Swing, der zwar noch die Ecken und Kanten von damals, aber nicht den Staub der dazwischenliegenden Jahre aufweist. Davon konnte sich die Chamer Bevölkerung Ende September an der Serenade vor der Vilette einmal mehr überzeugen. Und bereits hegt die Band weitere Pläne für die Zukunft.
Die Anfänge der "Swing Classic Big Band" gehen auf eine stürmische Herbstnacht im Jahr 1982 zurück. So jedenfalls will es die Sage. Notabene lautete einer der ersten Titel im Repertoire "Stormy Weather". Damals verteilte nach der Probe des Blasorchesters der Chamer Musikschule dessen Leiter Ernst Rohrer einigen fortgeschrittenen Musikschülern neue Noten. Erst zaghaft, beinahe zögernd geriet Leben in den Big-Band Stil, doch dann begann die ständig wachsende Begeisterung dem Swing den nötigen Drive und den charakteristischen, strahlenden Glanz einzuhauchen.
Im Rahmen der Musikschule wurde die junge Band vor allem innerhalb der Gemeinde Cham schon rech früh für Engagements aller Art gebucht. Stetig wurde die Besetzung ergänzt und die Band erreichte schon bald die Größe, den Klang und den Stil einer ausgewachsenen Big Band. Mit Energie und Enthusiasmus arbeiteten die 18 jungen Musikerinnen und Musiker an ihrem Sound, der sich heute kaum weniger frisch als zu den großen Zeiten des Swing präsentiert.
Dies belegt das Repertoire der Band, das von klassischen Swingnummern, etwa aus den Federn von Count Basie und Duke Ellington, geprägt wird, das aber auch Platz für andere Stilrichtungen, darunter Bossanova und Rock, lässt.
Die "Swing Classic Big Band" ist kein Einzelfall in der 25jährigen Geschichte der Chamer Musikschule. Ein Jahr nach dem Beginn des Instrumentalunterrichts trat die Jungmusik im Dezember 1965 erstmals öffentlich auf. Erst aber als im Januar 1979 Ernst Rohrer zum Leiter der Jungmusik gewählt wurde, kam der Stein ins Rollen.
Bereits Mitte 1980 gründete der initiative Leiter, der schon Jahre zuvor mit einigen anderen die im Zuger Ennetsee bekannte LR Big Band ins Leben gerufen hatte, aus Mitgliedern seines Blasorchesters die "Red Garter Dixieland Band" und fast gleichzeitig mit der "Swing Classic Big Band" entstand "Käthy`s Sax Ensemble".
Als nächstes größeres Projekt wird die "Swing Classic Big Band" Bandaufnahmen für eine Demokassette in Angriff nehmen. Dafür, aber auch für die verschiedenen Auftritte, die wohl auch im Jahr 1990 durch ein eigentliches Big-Band-Konzert im entsprechenden Rahmen und eine Big-Band-Kreuzfahrt auf dem Zugersee ergänzt werden, arbeiten die Musiker bereits am Ausbau des Repertoires. Dabei geht Qualität über Quantität. It don't mean thing if it ain`t got that swing!- Es ist nichts wert, wenn es den Swing nicht hat! So weissagte der Jazzer Duke Ellington schon vor vielen Jahren. Und er hat heute noch recht.
Nach einer sechsjährigen Symbiose löste sich im Sommer 1988 die ein Jahr zuvor "The Swing Classic Big Band" getaufte Formation von der Musikschule. Während sich die innere Struktur der Band recht stark veränderte, blieb die freundschaftliche Beziehung zur Musikschule dieselbe, wie mehrere Konzerte mit dem Blasorchester der Musikschule, beispielsweise im Frühsommer in Hagendorn und im Städtli oder am Duggelifest, dokumentierten.
Im Mai dieses Jahres setzte die "Swing Classic Big Band" zu ihrem allerersten Konzert in Eigenregie an. Zusammen mit der "Red Garter Dixieland Band", einer Old-Time-Jazz-Formation mit einer ähnlichen Geschichte wie die der Big Band, begeisterte sie die Chamer Jazzfreunde und die Presse mit einer Show, der die Band eine Professionelle, aber ebenso persönliche Note zu verleihen wusste.
Damit war ein guter Anfang getan, der mit einem Auftritt im Fernsehen eine direkte Fortsetzung fand: In der Sendung "Diräkt us...Cham" erweiterte die "Swing Classic Big Band" den bisher ausschließlich volkstümlichen Rahmen dieser Sendereihe. In den Augen des Moderators Wysel Gyr und auch der Techniker hatte ein freudiges Leuchten zu funkeln begonnen, als sie erfuhren, dass in ihrer Sendung eine veritable Big Band für swingende Töne sorgen würde. Sie scheuten denn auch keinen Aufwand, um den Swing der Band ebenso direkt übertragen zu können, wie er sich den Live-Zuschauern präsentierte.